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Autor: Betreff: Hachenburger Schwarze
Posting Freak
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TrashHunter
Beiträge: 5714
Registriert: 16.8.2011
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 10.12.2011 um 17:02  
Dadurch, daß wir im nördlichsten Hochtaunus leben, sind wir nicht weit vom Westerwald weg. Und da es zwei Typen von REWE-Filialen gibt, nämlich einmal die von REWE selber Betriebenen und dann noch die freien Lizensnehmer, welche in der Gestaltung ihres Sortimentes recht freie Hand haben UND unser REWE in Rod an der Weil zum zweiten Typus gehört - so wie ich das verstanden habe - finden sich in seinem Sortiment immer wieder lokale Produkte.
Und heute Mittag habe ich nicht schlecht gestaunt... und mich gefreut, als ich die Hachenburger Schwarze der Westerwald Brauer in Hachenburg, vom Hersteller als "das schwarze Pils" bezeichnet, dort in handlichen 0,33-L-Fummmmp-Buddeln fand.



Seinerzeit, als wir noch die Kneipe im Westerwald hatten, war die Hachenburger unsere Vetragsbrauerei und das Urtrüb und die Schwarze floßen bei uns in Strömen.
Beides waren damals neue Produktlinien, welche der schwächelnden Brauerei nachhaltig auf die Beine halfen - meine persönliche Einschätzung. Laut unserem damaligen Betreuer der Hachenburger, bestand nämlich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem qualitativen Abstieg der Königin unter den Bieren und dem Wiedererstarken der Hachenburger weil der Braumeister, welcher seit damals in Hachenburg das Braupaddel in die Hand nahm, von der Königin unter den Bieren kam.
(Wie gesagt, Alles nur Hören-Sagen, muß nicht stimmen, wurde uns so aber vom Beauftragten der Hachenburger Brauerei erzählt.)



Tjo, und einige wenige Überbleibsel unserer Zeit im Hardrock-Pub in Dreisbach sind halt die original Hachenburger Gläser und deshalb kann ich die Schwarze auch im adäquaten Glas genießen :)

Die Schwarze kommt in einem tiefdunklen, brilliant klarem Rotbraun daher. Schwarz ist sie nur in der Flasche. Aber das steht ihr ja auch zu, denn sie deklariert sich ja nicht als Schwarzbier, sondern als "schwarzes Pils".



Ich vermute hier einen gehörigen Einsatz von Carared, in dieser Farblage ist es wirklich das brillianteste, kräftigste Rotbraun welches ich kenne.
Der Schaum ist mittelporig, cremefarben und nach nur wenigen Minuten wieder verschwunden. Es bleibt kaum ein Schaumrand in der Tulpe stehen, der Eiweisanteil erscheint recht niedrig zu sein.
Ein leicht metallischer Geruch schwebt über dem Glas und setzt sich dann auch im Antrunk fort, bleibt auf der Zunge und hallt auch nach im Abgang.
Diesen Geruch habe ich vor noch nicht all zu langer Zeit bei einem ausschließlich mit der Mittelfrüh gehopften Pils wahrgenommen und es wirkt auf mich, als sei auch die Schwarze mit dem Mittelfrüh gebittert. Da Hopfen und Bitterung sich in Grenzen halten, gehe ich von geringer Dosierung und einmaliger Hopfengabe zu Kochbeginn aus. Ich kann mir nicht vorstellen, daß bei der Schwarzen eine gesonderte späte Aromagabe erfolgt.

Entweder hat sich das Bier weil ich es seinerzeit selber in meiner Kneipe angeboten und gepriesen habe, besser in der Erinnerung gehalten, als es damals wirklich war, oder aber die Rezeptur wurde verändert.
Aus den alten Zeiten erinnere ich mich, daß ich die Schwarze gerne als potentiellen Angreifer auf die Krone des Köstritzers betrachtet habe.
Davon ist aber heute nicht mehr viel zu schmecken.
Heuet präsentiert sich die Schwarze als ein bodenständiges, durchaus sehr gutes Pils im Mittelfeld hinsichtlich Hopfung und Bitterung.
Malzkörper ist keiner vorhanden, keine Spur mastig oder schwer. Ein schnell laufendes, mildes Pils, welches besser aussieht, als es schmeckt.
Schade daß ich es probiert habe, denn in meinem Kopf existierte der von seither existierende Mythos eines außerordentlichen Bieres. Diesem Bild wird es aber nicht gerecht.
Es ist ein hervorragendes, ausgewogenes Pils, jedoch weit davon entfernt, eine Spezialität genannt werden zu können.


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Botschafter der WBBBB in Hessen
Brauen ist die wahre Alchemie :P
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