Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 14.4.2010 um 17:45 |
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Hallo,
ich hab grad ein weißes Bockbier und ein Alt am gären.
Hubert Hanghofer schreibt, man solle vor der Kaltlagerung den Druckaufbau
überprüfen und die Flaschen entlüften. Wenn ich aber mit Speise
karbonisiert habe und die Menge an den Wert der Schnellvergärungsprobe
angepasst habe, fehlt im fertigen Bier ja all das CO2, das ich durch
Entlüften rauslasse. Fällt in dem Fall das Entlüften weg?
Er schreibt auch von einer zusätzlichen Gärstufe nach der Hauptgärung.
Heißt das, dass das Jungbier nach der Hauptgärung ohne Bodensatz umgelagert
wird und einfach weiter vergoren wird? Dann später Speise dazu und
abfüllen?
Meine beiden Biere hatten aber nach 4-6 Tagen bereits die Dichte der
Schnellvergärungsprobe erreicht. Ist so ein Zwischenschritt dann sinnvoll?
Oder gehts nur darum, dass die überschüssige Hefe nochmals sedimentieren
kann um sie noch besser abtrennen zu können?
Ich freu mich schon aufs erste Selbstgebraute, muss mich aber wohl noch
eine Woche gedulden. Es ist erst seit gestern in der Kaltlagerung...
mit freundlichen Grüßen,
Alex
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Senior Member   Beiträge: 288 Registriert: 6.2.2010 Status: OfflineGeschlecht: 
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erstellt am: 14.4.2010 um 18:15 |
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Hallo Alex,
wenn Du die Menge der Speise ordentlich berechnet hast, kannst Du das
Entlüften weg lassen. Mache ich nie: ich prüfe ein zwei Flaschen ein zwei
Tage nach Abfüllung und wenn das nicht schon zu dolle zischt is gut.
Mit zusätzlicher Gärstufe meint Hanghofer wohl die Nachgärung. Die
passiert dann in der Flasche (oder in einem 5 L Fäßchen oder KEG oder ...).
Ich mache das so, dass ich das Jungbier vom Gärfass in ein anderes (in dem
ich schon Speise ausgelegt habe) abziehe. Dadurch erhalte ich eine gute
Mischung mit der Speise und kann den Bodensatz aus dem Gärfass
weitestgehend fern halten (ein bißchen schlauche ich aber mit ab, da ich ja
in den Flaschen etwas Hefe brauche, die die Speise vergärt). Aus diesem
Umfüllfass (letzten Endes auch ein übliches Gärfass mit Auslaufhahn) fülle
ich dann in die Flaschen ab.
Dieser "Zwischenschritt", wie Du schreibst, ist schon notwendig, da Du
Deine Hauptgärung ja wohl offen gemacht hast: jetzt hast Du ein
alkoholhaltiges Jungbier, aber noch keine Kohlensäure drin und das schmeckt
bäh! Also kannst Du das nicht übergehen.
Wird bestimmt ein guter Trunk - ähm zwei!
Gruß
Davide
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Antwort 1 |
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Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 15.4.2010 um 16:31 |
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Danke Davide,
dann werd ich aufs entlüften verzichten. Aber warten muss ich wohl trotzdem
noch...
lg, Alex
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Antwort 2 |
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Senior Member   Beiträge: 288 Registriert: 6.2.2010 Status: OfflineGeschlecht: 
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erstellt am: 15.4.2010 um 16:52 |
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Hi Alex,
tja: bei all den komplizierten oder schwierigen Sachen gibt es beim Brauen
wohl wirklich eine Schwierigkeit, die unübertroffen ist:
das Warten!!!
Gruß
Davide
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Antwort 3 |
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Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 20.4.2010 um 12:30 |
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So, jetzt hat sich´s ausgewartet!
Ich hab gestern je eine Flasche vom Almtaler Hefeweizen (eigentlich ein
Bock, 17°Plato) und vom Höpfchen Alt ausprobiert.
Zum Weizen zitier ich mal eine Freundin: "Wow, das riecht, als ob man einen
frischen Obstsalat unter der Nase habe".
Auch ich war begeistert davon. Die höhere Stammwürze kommt daher, dass ich
nur mit 15L gearbeitet habe und das verdunstete Wasser beim Maischen und
Würzekochen nicht aufgefüllt hab. Aber ich finds gerade dadurch sehr
schmackhaft 
Schaum, Farbe und Karbonisierung waren so, wie ichs mir vorgestellt hab.
Auch das Alt war schon gut, auch wenn dieses sicher noch ein bisschen
reifen darf. Schaum ist super, aber nächstes Mal karbonisiere ich etwas
höher.
Was mich wundert ist jedoch die recht niedrige Bittere. Es sollte ja lt.
Hanghofer 36 IBU haben, was man aber überhaupt nicht merkt. Aber nichts
desto trotz bin ich sehr zufrieden!
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Antwort 4 |
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Administrator   Beiträge: 10493 Registriert: 23.10.2005 Status: OnlineGeschlecht: 
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erstellt am: 20.4.2010 um 12:37 |
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Hi, Alex,
na, Glückwunsch zu den gelungenen Bieren!
Dass man die Bittere beim Höpfchen Alt nicht so schmeckt liegt mit daran,
dass dort ein ordentliches Pfund Münchner (satte 75%) drin ist.
Welche Hefe hattest Du denn? Wenn die nämlich noch einen eher niedrigen
Endvergärgrad hat, dann tut der ein Übriges dazu, um den Bittergeschmack
zusätzlich noch abzumildern.
Greets
Michael
____________________ „Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist
das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag
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Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 20.4.2010 um 17:28 |
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Danke!
Ah ok, das mit dem Münchner Malz klingt schlüssig. Hefe war die Danster
Nottingham Ale (die hast Du mir mal empfohlen, in anderem Zusammenhang).
Endvergoren hatte das Alt so ca.3°Plato.
Das Bier war allgemein noch recht süß, kann das an noch nicht ganz
abgebautem Diacetyl liegen? Gebraut hab ich´s vor 20 Tagen.
MfG,Alex
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Antwort 6 |
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Administrator   Beiträge: 10493 Registriert: 23.10.2005 Status: OnlineGeschlecht: 
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erstellt am: 20.4.2010 um 17:42 |
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Hi,
nein, am Diacetyl liegt es nicht, dass Dein Bier etwas süßlich schmeckt.
Wie lange hast Du denn die Maltoserast gefahren? Was war Dein Ausgangs
Extraktgehalt?
Gruß
Michael
____________________ „Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist
das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag
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Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 20.4.2010 um 17:53 |
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Also, Schüttung und Rasten hab ich aus dem Hanghofer/Höpfchen Alt
übernommen.
10´ bei 57° eingemaischt und bei 63° und 72° je 45´ gerastet. Danach bei
78° abgemaischt.
Ich hatte danach eine Stammwürze von 13°Plato, endvergoren dann 3°.
Ich würds jetz nicht als richtig süß bezeichnen, aber zumindest etwas
süßlich und recht fruchtig (hab die meiste Zeit bei 23-24°C vergoren,
vielleicht deshalb?)
Aber auch wenns so bleibt, bin ich schon sehr zufrieden damit!
Die nächsten beiden werden ein Kölsch und ein Stout, und da wird dann
ordentlich gebittert
lg, Alex
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Antwort 8 |
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Administrator   Beiträge: 10493 Registriert: 23.10.2005 Status: OnlineGeschlecht: 
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erstellt am: 20.4.2010 um 18:00 |
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Ok, dann liegt es nicht an einem niedrigen Vergärgrad.
Fruchtig bei den Temperaturen ist schon möglich, obwohl ich auch schon bei
solchen Temperaturen vergoren habe mit der Nottinham, da war aber nur ein
Anflug von Fruchtigkeit.
Schmeckt es oder riecht es fruchtig? Wenn es "nur" fruchtig riecht, dann
könnte es durchaus vom Hopfen kommen (z.B. Styrian Goldings oder Spalter
Select).
Anyway: lass Dir das Bier schmecken!
Gruß
Michael
____________________ „Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist
das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag
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Junior Member  Beiträge: 27 Registriert: 13.2.2010 Status: Offline
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erstellt am: 20.4.2010 um 18:15 |
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Wow! Ja ich hab wirklich Styrian Goldings verwendet (50% der Alpha-Säure,
die restlichen 50% mit Perle)
Ja es riecht fruchtig, schmecken nicht wirklich.
Danke für die sehr schnellen Antworten!
lg,Alex
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Antwort 10 |
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Administrator   Beiträge: 10493 Registriert: 23.10.2005 Status: OnlineGeschlecht: 
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erstellt am: 20.4.2010 um 18:18 |
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Ja, Alex, der Styrian Goldings ist schon klasse, wie ich finde.
Wenn Du es beim nächsten Mal nicht so süßlich oder süffig haben möchtest,
dann würde ich die Schüttungsanteile umdrehen, dann müstest Du einen
schönen nicht zu herben Durstlöscher hinbekommen.
Wenn Dich das Fruchtige doch zu sehr stört beim Alt, dann würde ich beim
nächsten mal den Goldings gegen Hallertauer Mittelfrüh austauschen.
Ciao
Michael
____________________ „Lass die anderen mit Fichten- und Tannensprossen würzen, der Hopfen ist
das Beste, was die Natur uns bietet.“
Aus "Das Erbe des Bierzauberers" von Günther Thömmes, Gmeiner Verlag
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