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Autor: Betreff: Sind hunderte Hopfensorten wirklich nötig?
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Posting Freak

flying
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 16:49  
Hi Leute,

ich liebe Hopfen und habe mich vor einigen Jahren begeistert auf die neuen Sorten gestürzt. Mittlerweile macht sich bei mir aber etwas Ernüchterung breit. Jedes Jahr erscheinen "gefühlte" 10 neue Sorten, wobei man nicht mal annäherungsweise die schon verfügbaren ausprobieren konnte. Man könnte durchaus sagen, das ist ein Luxusproblem.

Prinzipiell lässt sich für mich der Hopfen in 3 Richtungen aufspalten. Einmal die alten europäischen Landsorten. Diese Sorten sind direkte Nachfolger der an den jeweiligen Orten wachsenden Wildhopfen und wurden über Jahrhunderte gezüchtet.

Nummer 2 sind alten Zuchthopfen. Die Siedler in Amerika brachten oft die europäischen Sorten mit in die neue Welt. Durch Vermischung mit dem überall auf der Nordhalbkugel vorkommenden Wildhopfen entstanden z. B. die amerikanischen Zuchtsorten. Ganz nah am wilden Hopfen soll der Cluster sein. Typische Vertreter sind der Cascade, Comet (gerade in Deutschland zur Blüte gebracht), Willamette usw. In Europa züchtete man ebenfalls spezialisierte neue Sorten. Sind ja bekannt, Magnum, Perle usw.

Die Nummer 3 ist die, die den Overflow verursacht. Chemisch induzierte Mutationen. Aus der Retorte wird eine Sorte nach der anderen geschleudert. Klar, die patentgeschützten Amarillos und Citras haben ihren Reiz, sind aber sooo weit vom Cascade geschmacklich nicht weg.


Ist aber auch egal, mich interessiert da eure Meinung dazu. Wieviele Hopfensorten braucht der Bierliebhaber? 100, 1000 oder noch mehr.

Als Anmerkung: Ich hatte kürzlich ein Treffen mit 2 alten Braumeister a.D. Beide über 70 mit gefühlten 100 Jahren Berufserfahrung. Ich sagte, es gibt auch Hopfen der nach Pampelmuse, Madarine oder Blaubeeren schmeckt...ungläubige Gesichter und dann lautes Lachen. "Wer brauch denn sowas"...

m.f.g
René


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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 17:29  
ich benütze die Hallertauer Tradition ,Hallertauer Magnum, Chinook; Brewersgold,Goldings, aber am liebsten arbeite und experementiere ich mit der Hallertauer Tradition und der Brewers Gold. also genügen eigentlich 2 ,oder 3, oder doch 4,und chinook is ja schweine teuer !!
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DerDennis
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:13  
Naja, pro Rezept sind das bei mir schon so 2 bis 3 Sorten mindestens - mit geringfügigen Überschneidungen, man will ja auch etwas Abwechslung, gell?

(ist schon ein Luxusproblem, das mit dem Hopfen)

Ich benutze z.B. gerne universell Tettnanger, Hallertauer Tradition, Spalter Select, Magnum, dann für Pils auch Brewers Gold und Saazer, für ein Stout gerne auch Fuggles/EastKentGolding, Cascade für Bock, Citra oder Amarillo und immer ein wenig Simcoe für IPAs, Saphir für helles Weizen (oder Nelson Sauvin? - ist bei mir jedenfalls auf der ToDo-Liste), und ZUSÄTZLICH dann noch Spezialitäten wie den Mandarina, Comet, Sorachi Ace, Motueka, je nach Verfügbarkeit (was halt gerade "in Mode" ist wird nach Möglichkeit ausprobiert).

Es gibt auch Sorten die ich überhaupt nicht mag, z.B. Herkules, Styrian Goldings oder Perle.

Insgesamt bin ich froh, dass es diese Vielfalt gibt, sonst müsste man ja exklusiv malzbetonte Biere brauen um unterschiedliche Biere zu brauen. Nee nee, mehr als eine Hopfensorte muss schon sein.
:)

Grüße


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emjay2812
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:28  
Ehrlich gesagt, ich schaffe es meist sowieso nicht die besonderen Aromen aus einem Hopfen herauszuktizeln. Momentan habe ich ein Helles in der Kühlung, mit Citra auf etwa 30 IBU gehopft. Mit gutem Willen kann man dezente exotische Fruchtaromen vernehmen, eine Fruchtbombe ist es aber nicht geworden.

Auch habe ich es nie geschafft, aus einem deutschen Hopfen, das "grasig-grüne" wie es z. B. in Wicküler vertreten diese Aromen ins Bier zu bringen.


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Immer wenn man denkt das Niveau ist schon im Keller, kommt ein Bagger und hebt noch 4 Etagen aus. (Oliver Kalkofe)
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manny15
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:36  
Hallo
Da ich zu 90 % Kölsch und Weizen trinke, sind Tettnanger, Hallertauer Tradition das wichtigste für mich.
Casscade habe ich im Garden da er Universell einsetzbar ist.
Alle anderen probiere ich wie es im Weizen schmeckt, von dem vielen versuchen ist bis jetzt nur
Willimette und Mandarina Bavaria als gut befunden worden.


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Gruß
Manny
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Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.
Albert Einstein
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DerDennis
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:37  

Zitat:
Auch habe ich es nie geschafft, aus einem deutschen Hopfen, das "grasig-grüne" wie es z. B. in Wicküler vertreten diese Aromen ins Bier zu bringen.


...Spalter Select zur Vorderwürze, Saazer als Aromagabe wäre da meine Empfehlung. OK Saazer ist jetzt nicht wirklich deutsch - aber eine alte Landsorte isses..


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Seed7
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:39  

Zitat von flying, am 15.4.2013 um 16:49
Chemisch induzierte Mutationen.


Hasst du eine referenz dazu, wuerde mich interessieren.

Vielen von den neuen werden auch wieder 'aussterben', einige werden bleiben, zwei oder drei werden klassiker die man in hunderd jahren noch benuetzt. Bramling-Cross (einer meiner favoriten) ist da ein schoenes beispiel, kommt aus die zwanziger des letzten jahr hunderd, war kurz ganz gross und dann fast weg, kommt langsam zurueck, denke aber nicht das es ein richtiger klassiker wird, ist in 20 jahren so ein exot wie jetzt die 'Tardif de Bourgogne'.

Ingo


[Editiert am 15.4.2013 um 18:51 von Seed7]
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saarmoench
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:43  
Also ich bin ehrlich gesagt mit der derzeitigen Hopfenauswahl bereits überfordert.
Wahrscheinlich würde ich - gäbe es ab sofort keine neuen Sorten mehr - noch nicht mal alle verfügbaren Hopfensorten probieren können.
Ich versuche dennoch auch mit neuen Sorten zu experimentieren, aber "wenn es drauf ankommt" greife ich doch lieber auf bekannte Sorten zurück.
Bedenkt man dann noch, dass man auch mit nur einer Sorte eine Vielzahl unterschiedlicher Aromen erzeugen kann (VWH, Timing der Hopfengaben beim Kochen, Stopfen usw) ergeben sich tausende Möglichkeiten, für mich mehr als genug.

Grüße, der saarmoench


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flying
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 18:54  
Referenzen..? mmmh... :gruebel: Ich habe mir kaum Links gemerkt. Hier z. B. ist einer.

http://www.calferm.org/edu/hops/Pedigree.htm

Eine gängige Methode ist die chemisch induzierte Mutation mittels einer Chemikalie namens Cholchizin. Dabei werden aus dem eigentlich diploiden (natürlichen) Hopfen mit 20 Chromosomen sogenannte Tetraploiden mit doppelten Chromosomensatz. Durch Rückkreuzungen mit diploiden Hopfen wird es dann ein triploider Hopfen...Die meisten neuen Sorten sind Triploiden.
Das ist jetzt noch nicht die böse Hardcore-Gentechnik. Eher normaler Standard in der Landwirtschaft... Das gentechnische Einfügen bestimmter eventuell artfremder DNS ins Genom ist in Deutschland verboten. Bei den Amis weiß ich nicht genau..?

Ich meine, wo sollten auf einmal die ganzen Hopfensorten die nach allem möglichen exotischen Früchten schmecken auch sonst herkommen, wenn nicht aus der Retorte? Paralleluniversen.. :P

m.f.g
René


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Gambrinus zu Borbetomagus
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:02  
Cascade für American Pale Ale, East Kent für Engländer (das sind meine Sondersorten mehr nicht) , Saphir für Weizen und ausgeflippte UG Biere :redhead: Für Ales deutsche Richtung war mein Haushopfen Tradition. Ansonsten probiere ich gerade, Perle, Saazer (jetziger Favorit) , Spalter Selelct(Standart Aromahopfen) , Spalt, Tettnanger. Ich habe da schon viel zu viel Auswahl. Ich habe 2 kg in der Kühle muss aber sagen ich braue in der 1 hl Liga, da sind bei mäßig gehopften Traditionbiere auch mal schnell 150-250 gr. (Hannes haut das für 20l raus) weg.

Von dem ganzen anderen Comet, Williamet, Amarillo etc. halte ich nicht viel und verbinde sie mit hoffnungslos überhopften und überstopften Hobbybrauer Ales (Jeder wie er will).


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Waconia
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:07  
Naja, als bekennender Hophead finde ich die Auswahl natürlich sehr reizvoll. Ich bin auch immer neugierig und experimentiere mal gerne mit mehreren Hopfen gleichzeitig. Mein nächster Sud wird am „Doldensud IPA“ angelehnt sein und da werden schon 8-10 verschiedene Hopfen verbraut.

Wie viele Sorten die Welt nun wirklich braucht ist ja auch eine eher rhetorische Frage.
Derzeit habe ich 22 verschieden auf Lager und es werden wohl noch einige dazu kommen. Gibt ja so viele geile Rezepte.

Die Nachfrage wird auch hier die Produktion regeln.

Was die Aussage der alten Braumeister betrifft:
Die kennen vermutlich nur die Standartsorten die sie ein (Berufs) Leben lang benutzt haben.


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aegir
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:09  
Die ganzen neuen Sorten sind wirklich ein Luxusproblem. Für mich ist, gerade durch das Überangebot, der Reiz neue Sorten auszuprobieren ein bisschen verflogen. Es gibt zwar noch ein paar wie Ahtanum und Sorachi Ace, die ich auf jeden Fall mal verbrauen will, aber ich komme aus beruflichen Gründen vor dem Spätsommer/Herbst sowieso nicht zum Brauen. Und so wie ich mich kenne, steht mir der Sinn dann erstmal nach den guten alten (und neuen) deutschen Sorten.

Gruß Hotte
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Horstibus
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:12  
Ich finde es geil, dass wir so eine große Auswahl haben, bin aber selbst auch hoffnungslos überfordert.
Natürlich schmeckt man manchen Hopfen fast eindeutig raus, bei mir persönlich wäre das Cascade oder Citra.
Aber bei verschiedenen Bieren rauszuschmecken ob Spalter Select, Magnum, Tradition oder ähnliches verwendet wurde empfinde ich als eine Kunst für sich.
Noch schwieriger ist es bei Pale Ales oder IPAs die noch gestopft wurden, am besten mit mehreren Sorten.

Mein Motto lautet zu dem Thema lautet aber definitiv:
Lieber zu viel Auswahl als zu wenig!


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Die Hopfung stirbt zuletzt...
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DerDennis
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:14  
@flying: da wird auch viel mit synthetischen Phytohormonen gemacht, z.B. sowas wie das hier (ok ist kein Hopfen sondern Baumwolle, aber das Prinzip ist das gleiche):
APPLICATION OF GIBBERELLIC ACID AND OVULE-EMBRYO CULTURE IN INTERSPECIFIC HYBRIDIZATION OF DIPLOID AND TETRAPLOID COTTON SPECIES

Außerdem gibt es dann noch die Technik, zwar durch Selektion und Kreuzung zu züchten, aber Mikromengen des Pflanzengewebes bereits im Keimstadium auf gewünschte Eigenschaften zu analysieren (gentechnisch), und darauf basierend dann die Züchtung weiter zu selektieren. Also Gentechnik, aber trotzdem "normale" Züchtung :puzz:


Grüße


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flying
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:22  
Ja, es wird der Natur sozusagen auf die Sprünge geholfen. Mit der Gentechnik ist es so eine Sache die Grenze zu ziehen...hier werden durch mutagen Substanzen Mutation (also die Tetraploiden) ausgelöst, die in der Natur (eventuell) auch mal von alleine vorkommen könnten. So ist die älteste Kulturpflanze der Welt, der Mais aus einem unscheinbaren Gras über die Jahrtausende gezüchtet wurden.
Das führte dazu das der Mais mittlerweile ein Genom hat, dass größer als das des Menschen ist und selbst Genetiker vor Rätsel stellt...


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DerDennis
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:31  

Zitat:
.hier werden durch mutagen Substanzen Mutation (also die Tetraploiden) ausgelöst, die in der Natur (eventuell) auch mal von alleine vorkommen könnten.


...aber doch nicht bei den guten Indianern von der "Yakima Chief Ranch" - die machen sowas bestimmt nicht: http://www.amazon.com/Photo-Yakima-Chief-County-Washington/ dp/B0088PPRXY
;)


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afri
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:37  
Zurück zur Fragestellung: ich habe meine Lieblinge im Kühli, als da wären Cascade, Tett, Perle und Nugget. Die hochprozentigen Sorten nehme ich zur Bitterung und alle anderen für später oder fürs Stopfen. Manchmal probiere ich andere Aromasorten, aktuell ist bei mir der Saphir durchgefallen, aber im Grunde will ich meist ein reproduzierbares Ergebnis haben und das bekomme ich mit den bekannten Hopfen.

Letztens habe ich mir eine kleine Auswahl von HuM bestellt, die verbrauche ich auch, aber ich vermute dass ich immer wieder die bewährten Rezepte brauen werde. Insofern ist es schön, wenn man die Wahl hat, man darf aussuchen. Ich würde kein Eisbonbonaroma im Bier haben wollen, aber wer auf sowas steht: super, dass man auch ihn/sie bedienen kann.
Achim (gerade vergeblich im Wicküler grasig-grüne Aromen suchend)
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hoepfli
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 19:51  
Hunderte Hopfensorten sind sicherlich nicht notwendig!

Wie viele Sorten gibt es eigentlich weltweit, 120-150?

Rund 30 Sorten habe ich ständig auf Lager um aktuelle Rezepte schnell auch mal nachbrauen zu können und auch einmal an einem Bierwettbewerb teilnehmen zu können, ohne gleich in die Bestellhysterie zu verfallen.

Sicherlich sind 100 Sorten zu viel, aber 10 verwendete Sorten in Deutschland auch zu wenig. Ich wünsche mir von größeren Brauerrein, dass sie mehr Mut zeigen und andere Hopfensorten in Deutschland mitverwenden. Besonders die amerikanischen C-Hopfen täten der deutschen Bierkultur sicherlich gut.

Anfänge sind zu verzeichnen, die Hobbybrauer sind da bestimmt noch viel aufgeschlossener.

Gruß Volco
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unserbier
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 20:06  
Naja, braucht man 50 Autohersteller welche dann geschätzte 1000 Modelle produzieren? Ein Auto soll doch "nur" von A nach B fahren müssen...
So in die Richtung denken wohl auch die zwei älteren Braumeister über den Hopfen.

Eine große Auswahl ist doch zumindest mal nicht schlimm. Ich persönlich finde es Klasse! Man kann, wenn man will, schön rumexperimentieren, darüber sich ausstauschen, neu verkosten usw.
Schwierig wird es dann, wenn man sich ernster mit der Materie auseinander setzen muß (beruflich). Es gibt wohl immer weniger Personen im Braubusiness die sich in dieser Vielfalt der Hopfensorten auskennen...

Letztendlich wird es wohl nicht mehr so rasant weitergehen mit Neuzüchtungen. Der Trend in den US ist ja jetzt wieder das Malz und überhaupt das Mälzen. Kleinmälzereien in den US boomen und es werden immer neue gegründet. Dananch kommt dann wieder die Hefe welche noch mehr Aufmerksamkeit bekommen wird und dann vielleicht wieder der Hopfen. Oder bespielen wir dann alle unsere Jungbiere im Gärfass mit AC/DC für ein IPA und Mozart für ein Weizenbock??

Mal schauen wie es in 5 Jahren ausschauen wird. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten Innovationen.


[Editiert am 15.4.2013 um 20:07 von unserbier]



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LG
Jan

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Schlupfer
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 20:12  

Zitat von flying, am 15.4.2013 um 16:49

Als Anmerkung: Ich hatte kürzlich ein Treffen mit 2 alten Braumeister a.D. Beide über 70 mit gefühlten 100 Jahren Berufserfahrung. Ich sagte, es gibt auch Hopfen der nach Pampelmuse, Madarine oder Blaubeeren schmeckt...ungläubige Gesichter und dann lautes Lachen. "Wer brauch denn sowas"...


Diese Aussage würde ich getrost in die "Früher war alles besser" - Schublade stecken.
Ich finde die neuen Hopfensorten extrem spannend und ich bin mir sicher, daß Biere mit den neuen Aromen die Bierlandschaft auch bei uns bereichern (werden).
Die vielen Sorten sind gut für die oft geforderte Biervielfalt und Differenzierung. Natürlich schafft man es als Hobbybrauer kaum, alle Sorten zu verbrauen :(

Michael


[Editiert am 15.4.2013 um 20:14 von Schlupfer]
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jonnymidnight
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red_folder.gif erstellt am: 15.4.2013 um 21:06  
Mann kann mit bewährten Hopfensorten eine Vielzahl an guten Bieren brauen und viele klein und mittelständische Brauereien haben vermutlich zwei bis drei Hopfensorten (inkl Extrakt) die sie in unterschiedlichen Anteilen einsetzen. Andererseits sind es oft die kleinen Feinheiten die ein Bier einzigartig oder wiedererkennbar machen wie eine fruchtige Blume oder ein ausgeprägter Citrus Duft. Um die Frage ob man wirklich so viele Hopfensorten braucht kurz zu beantworten :

"HABEN IST BESSER ALS BRAUCHEN" ;)

Ps: ich habe vier Packungen ungeöffneten Hopfen im Gefrierfach und und noch permanenten zugriff auf drei weitere Sorten und finde es schön beim nächsten Sud die freie Auswahl zu haben obwohl es ganz klar auch mit weniger ginge

Gruß vom Aff


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Boludo
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red_folder.gif erstellt am: 16.4.2013 um 06:46  
Gerade die Neuseeländer empfinde ich als eine große Bereicherung, Motueka ist der Hammer.
Das geht in eine ganz andere fruchtige Richtung als die Ami Hopfen und ich bin froh, dass es so viele Hopfensorten gibt.
Cascade ist zwar auch ok, aber z.B. ein Summit macht für meinen Geschmack viel schönere Citrusnoten usw.

Bis vor ein paar Jahren musste man froh sein, überhaupt an so etwas wie Cascade oder Amarillo ranzukommen.
So ganz versteh ich nicht, was daran schlimm sein soll, dass es so viele Hopfensorten gibt.
Wem es zu viele Sorten sind, der soll halt weiterhin mit seinen Standardhopfen brauen und den anderen seine Freude lassen, wo ist das Problem?


Stefan
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red_folder.gif erstellt am: 16.4.2013 um 07:15  
Hi Stefan,

versteh mich nicht falsch, ich mag viele Hopfensorten. Ein Problem ist es sicher auch nicht. Bei der Pro und Contra Diskussion übernehme ich mal den Contra-Part..Bitte nicht zuviel hineininterpretieren :cool:

- warum muss ein Hopfen nach Stachelbeere, Zitronengras oder Mango schmecken? Da kann man ja gleich Stachelbeeren, Zitronengras oder Mango selbst nehmen.

- viel wichtiger als die hundertste Sorte ist die absolute Frische des Hopfens und das Abbaugebiet mit seinen besonderen klimatischen Bedingungen. Eine top-frische Perle aus der Hallertau riecht 3 x besser als 6 Monate alter Neuseeländer.

- Viele der Sorten werden wieder vom Markt verschwinden oder sie sind gerade "in" und vergriffen. Bewährte Rezepte sind dann für den A...

- sind die extremen Geschmäcker der extremen Züchtungen denn überhaupt noch hopfentypisch? Oder würdest Du gerne einen Apfel essen der nach Schweinhaxe mit Sauerkraut schmeckt..?


m.f.g
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Gast

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red_folder.gif erstellt am: 16.4.2013 um 07:46  
Wer als Einzelbrauer nur 10x im Jahr 20 L produziert, kann sich keine Bevorratung mit 20 Sorten erlauben. Schließlich spielt auch die Lagerung bzw. Alterung eine wichtige Rolle.
In einer Braugemeinschaft, die jeden Sud auf die Mitglieder verteilen muß, sieht das schon anders aus. Da kann viel mehr experimentiert werden.
Für mich besteht das Problem ( wie bei vielen anderen?) nicht, weil ich kein begnadeter Feinschmecker bin, die Nuancen mancher Edelsorten also garnicht genießen könnte.
Antwort 23
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Boludo
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red_folder.gif erstellt am: 16.4.2013 um 08:04  
Ein bißchen denk ich schon auch, dass das gerade ein Hype ist und die Sache wird sich in ein paar Jahren wieder beruhigen.
Den Mandarina Hopfen finde ich z.B. persönlich ziemlich überbewertet und er zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er nicht wirklich nach Mandarine schmeckt. Da wurde eventuell auf einen Zug aufgesprungen, weil es gerade Mode ist.

Zitat:
- warum muss ein Hopfen nach Stachelbeere, Zitronengras oder Mango schmecken? Da kann man ja gleich Stachelbeeren, Zitronengras oder Mango selbst nehmen.

Niemand sagt, dass es so sein muss, es kann aber. Warum sollte, was züchterisch möglich ist, nicht auch ausgereizt werden?
Und angeblich ist es ja gerade so, dass unsre deutschen traditionellen Hopfensorten dadurch entstanden sind, dass man alles ausselektiert hat, was nach Citrus oder Beere geschmeckt hat und die amerikanioschen Hopfensorten sind letztendlich Rückzüchtungen bzw. Kreuzungen mit Wildformen, die diese Aromavielfalt noch besitzen.

Zitat:
- sind die extremen Geschmäcker der extremen Züchtungen denn überhaupt noch hopfentypisch? Oder würdest Du gerne einen Apfel essen der nach Schweinhaxe mit Sauerkraut schmeckt..?

Definier mal "hopfentypisch". Ein Apfel mit Sauerkrautgeschmack ist sicher scheußlich, ich hab aber noch keine Hopfensorte kennen gelernt, die nicht ausgesprochen angenehm im Aroma war.

Zitat:
- warum muss ein Hopfen nach Stachelbeere, Zitronengras oder Mango schmecken? Da kann man ja gleich Stachelbeeren, Zitronengras oder Mango selbst nehmen.

Warum gibt es so viele Biermischgetränke?
Weil es auch Konsumenten anspricht, die den typischen Biergeschmack nicht mögen.
Neue Hopfensorten erzeugen vielfältigere Biergeschmäcker, ohne das RHG zu brechen.


Stefan
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