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Autor: Betreff: Läutern in ein Zwischengefäß
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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 12:11  
Die beiden Beispiele sind nicht vergleichbar.
Beim Abfüllen steht der Flüssigkeit kein nenneswerter Strömungswiederstand entgegen, damit wirkt die volle Wassersäule bis zum Abfüllpunkt.
Beim Läutern ist das aber was Anderes, denn hier bildet die Treberschicht den größten Teil des Strömungswiderstandes. Und wenn der Treber mal zusammengezogen ist geht es auch nicht schneller, wenn man unten einen längeren Schlauch dranmacht.

Und die erwähnte Schwanenhalskonstruktion dient IMO nicht dazu, irgendwo einen Druck zu erhöhen, sondern um als Siphon zu verhindern, dass über den Ablauf Luft gezogen wird und der Läuterbottich unterhalb des Trebers trockenläuft.


[Editiert am 14.3.2013 um 12:54 von Kuchlbraeu]



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Brauwolf
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 12:51  
Die Beispiele sind in der Tat nicht vergleichbar. Deine Frage mit dem See hätte lauten müssen: "Wie groß ist der Wasserdruck auf dem Grunde des Sees, wenn er
a) 11m tief ist (mein Beispiel mit dem Eimer)
b) 200m tief ist (mein Beispiel mit dem Keg)"

und das mit dem zusammengezogenen Treber und dem längeren Schlauch hast du falsch verstanden. Ich habe den längeren Schlauch dran gemacht, bevor sich der Treber zusammengezogen hat und der Treber hat sich zusammengezogen weil ich den längeren Schlauch dran gemacht habe.

Grundsätzliches: Jeder hat das Recht auf Irrtum, das gilt für mich genauso wie für jeden anderen hier. Die Frage ist, wie man aus so einer Nummer wieder rauskommt ohne sein Gesicht zu verlieren - auch wieviel diplomatisches Geschick die 'Besserwissenden' aufbringen, jemanden unbeschadet aus der Sache rauszulassen.

Die beiden kritischen Beiträge haben wir editiert, soweit ist das vom Tisch.

Cheers, Ruthard


[Editiert am 14.3.2013 um 14:44 von Brauwolf]



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Boludo
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 13:01  
Bei der 400 Liter Anlage, auf der ich manchmal braue, schließt man unten am Läuterbottich eine Pumpe an. Die wird natürlich stark gedrosselt.
Der Treber wird furztrocken, man braucht auch erstaunlich wenig Nachguß :redhead:

Stefan
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Bierjunge
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 13:06  
Ich freue mich, dass wieder Konstruktivität und Sachlichkeit eingekehrt ist! :thumbup:


Zitat von Kuchlbraeu, am 14.3.2013 um 12:11
Und die erwähnte Schwanenhalskonstruktion dient IMO nicht dazu, irgendwo einen Druck zu erhöhen, sondern um als Siphon zu verhindern, dass über den Ablauf Luft gezogen wird und der Läuterbottich unterhalb des Trebers trockenläuft.


Beides, ganz klar beides: Läuterhahn zitiert bei L. Narziss
"Dieser sollte beim Nachlassen des Volumenstroms durch den sich aufbauenden Widerstand der Treberschicht das Eintreten von Luft in das System vermeiden. (...) Die Führung der Würze über den Schwanenhals sollte die Saugwirkung der ablaufenden Würze vermindern, weswegen der Scheitel 20-50 mm über Senkboden-Niveau liegen sollte."
(Hervorhebungen durch mich)

Moritz


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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 13:22  

Zitat von Brauwolf, am 14.3.2013 um 12:51
Die Beispiele sind in der Tat nicht vergleichbar. Deine Frage mit dem See hätte lauten müssen: "Wie groß ist der Wasserdruck auf dem Grunde des Sees, wenn er
a) 11m tief ist (mein Beispiel mit dem Eimer)
b) 200m tief ist (mein Beispiel mit dem Keg)"

Da bin ich anderer Meinung, denn ....
Die Treberschicht ist der limitierende Faktor für unsere Strömungsgeschwindigkeit und die treibende Komponente ist der hydrostatische Druck, welcher auf dieser Treberschicht lastet. Diese Schicht ist aber in jedem Fall gleich weit unter der Würzeoberfläche egal, was hinten nach kommt. Desshalb "in 10 Metern Tiefe".


Zitat von Bierjunge, am 14.3.2013 um 13:06
[...]Die Führung der Würze über den Schwanenhals sollte die Saugwirkung der ablaufenden Würze vermindern [...]

Dies bezieht sich nach meinem Dafürhalten auf die Saugwirkung entgegen dem Würzestrom, welche dazu führen würde, dass durch das Leerlaufen des Ablaufes Luft eingesaugt wird.


Zitat von Kubus, am 14.3.2013 um 12:10
Probier es doch mal aus.... fülle einen ca ein Meter langen Schlauch mit Wasser, lass ihn oben geschlossen nach unten hängen und beobachte was mit dem Schlauch passiert! Vielleicht kommt dann die Erkenntnis.

Danke, denn das ist eigentlich das beste Beispiel für meine Argumentation.
Das was den Schlauch am oberen Ende "zusammen zieht" ist nämlich nicht der "Sog" der Wassersäule sondern es ist der umgebende Luftdruck, der in zusammen drückt.
Im Grunde gibt es nämlich "den Sog" eigentlich gar nicht. Würde man dieses Experiment bspw. auf dem Mond durchführen, dann würde gar nichts passieren, denn dort fehlt die umgebende Atmosphäre, welche einen Druck ausüben könnte.


[Editiert am 14.3.2013 um 13:35 von Kuchlbraeu]



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Kubus
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 13:51  
Die treibende Komponente ist der hydrostatische Druck, welcher von der Maischoberfläche bis zum Ende der Leitung unterhalb des Senkbodens resultiert. Der Widerstand bildet sich aus der Reibung der Flüssigkeit in den Leitungen und vor allem in den Poren des Treberkuchens während des Fließvorganges. Der Widerstand wächst, da sich durch Zusammenziehen des Treberkuchens die Porendurchmesser verkleinern. Die Folge: Es fließt weniger, da der treibende hydrostatische Druck gleich bleibt. Theoretisch könnte man bei bereits zusammengezogenen Kuchen durch Anschluss an eine Pume den Fluss erhöhen, dann gehen allerdings zu viele feine Komponenten mit in die Würze. Ein großer Druckunterschied fördert das Zusammenziehen des Kuchens, daher wird auch der Fluss wieder kleiner. Die Forderung ist: Es soll nur so viel durch den Senkboden laufen, wie von selbst durch den Senkboden fließen würde... also muss der hydrostatische Druck unterhalb des Senkbodens kompensiert werden. Bei den Nachgüssen darf ruhig mehr "Unterdruck" unterhalb des Senkbodens erzeugt werden, da der Kuchen bereits nicht mehr in Schwebe ist.

Kuchlbräu, woher nimmst du denn deine falschen Annahmen?

Zum Schlauchbeispiel: Der Umgebungsdruck liegt auch am unteren Ende des Schlauches an..... dämmerts?

Gruß, Ludwig


[Editiert am 14.3.2013 um 13:57 von Kubus]
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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:02  
edit: tut nichts zur Sache


[Editiert am 14.3.2013 um 14:28 von Kuchlbraeu]



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Bierjunge
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:22  
Ich bin da auch raus, es bringt nichts.

Um wieder konstruktiv zu werden:



So könnte dann eine Adaption dieser Überlegungen im Hobbymaßstab aussehen. Vielleicht löte ich alsbald so etwas zusammen:
A ist ein Syphon/Wassersack. Hier wird immer Würze stehen, auch wenn der Treber fast dicht und der Hahn voll geöffnet wäre. Somit kann selbst in diesem Fall keine Luft zurück unter den Senkboden gelangen.
B ist eine Atemöffnung. Daher herrscht am Punkt C immer atmosphärischer Druck, egal wie weit der Schlauch herabreicht. Damit ist immer nur die Höhendifferenz zwischen der Maischeoberfläche im Bottich und dem T-Stück C maßgeblich.
Das Röhrchen B ist wohlgemerkt kein Läutermanometer, das müsste ja vor dem Hahn angreifen. Damit könnte dann aber auch wieder Luft dorthin gelangen, weshalb ich eher wenig von diesen Läutermanometern halte.
Ich erwarte dennoch keinen starken Sauerstoffeintrag, weil die Würze nicht frei in den Eimer plätschert, sondern laminar an der Wandung des Schlauches herabrinnen würde.

Moritz


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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:31  
Irgendwie bin ich gerade zu der Erkenntnis gekommen (auf Grund Deiner Zeichnung, wollte selber gerade eine anfertigen), dass wir im Grunde, im Sinne des Endergebnisses, alle das selbe meinen aber, im Sinne der Wirkungskomponenten, aneinander vorbeireden.

In diesem Sinne
Ich bin hier raus
Martin


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Kubus
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:40  
Sehr schön! Das Läutermanometer nach Jakob funktioniert im Prinzip genau wie Bierjunges Ausführung! Ich verwende es im Prinzip genau so wie Bierjunge es beschrieben hat. Eine Erweiterung, um Sauerstoffeintrag zu ersparen: Eine Schlauchklemme, mit der man den Fluss so reguliert, dass der Flüssigkeitsspiegel im Schlauch auf Höhe des Senkbodens bleibt. Dann erspart man der Würze die Oxidation nahezu vollständig.

@ Kuchlbauer: Denk noch mal in Ruhe darüber nach. Du solltest die Fähigkeiten haben, das ganze sachlich noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Oder probiers einfach aus.


Gruß, Ludwig
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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:47  

Zitat von Kubus, am 14.3.2013 um 13:51
Zum Schlauchbeispiel: Der Umgebungsdruck liegt auch am unteren Ende des Schlauches an..... dämmerts?


Zitat von Kubus, am 14.3.2013 um 14:40
@ Kuchlbauer: Denk noch mal in Ruhe darüber nach. Du solltest die Fähigkeiten haben, das ganze sachlich noch mal durch den Kopf gehen zu lassen. Oder probiers einfach aus.

Eigentlich hab ich's schon kommentiert, aber im Sinne einer respektvollen Diskussion dann doch weg editiert.
Aber jetzt, auch auf die Gefahr hin, dass ich mir eine Verwarnung, Sperre oder sonstiges einhandle:
Du kannst Dir Deine jovialen Herablassungen ruhig sparen.


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Brauwolf
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 14:56  
Zur Erkenntnis, dass wir im Grunde das Gleiche meinen, bin ich schon vor einer ganzen Weile gekommen.

Zu Bierjunges Zeichnung muss ich aber anmerken, dass das so auch nicht lange funktioniert. Mit dem aufgesetzten und sogar verschlossenen Thermoportdeckel wird man keine Freude an der geringen Ausbeute haben - eigene praktische Erfahrung :P

Die wissenschaftliche Erklärung wird Kuchlbraeu sicher liefern können - es ist der gleiche Grund, warum man auf dem Mond und auf der Raumstation ISS kein Bier brauen kann.

Die Frage bleibt jetzt nur, welche praxisgerechte Empfehlung können wir dem Unterhopften geben - vielleicht können wir uns da auf was Gemeinsames einigen.


Cheers, Ruthard


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gulp
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 15:00  

Zitat:
vielleicht können wir uns da auf was Gemeinsames einigen.


Deckel runter nehmen wäre schon mal ein Anfang.

Peter, duck und wech....


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Ein Bayer ohne Bier ist ein gefährlich Thier.
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Der Unterhopfte
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 15:01  
Das wäre schön... :)

Nunja, wenn die Aussage immer noch gültig ist, das so flach wie möglich abgeläutert werden soll, werde ich maximal 10 cm vom Auslass des Hahns bis zum Eimerrand konstrulieren und dann mittels Silikomschlach (mache ich eh immer) langsam gegen die Eimerwand läutern?

Lg
Alex

ps. wir reden im Schnitt über 7-10 Kg Schüttung aus einem 70 Liter Maischebottich.
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Kuchlbraeu
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 15:13  

Zitat:
Die wissenschaftliche Erklärung wird Kuchlbraeu sicher liefern können - es ist der gleiche Grund, warum man auf dem Mond und auf der Raumstation ISS kein Bier brauen kann.

Auf dem Mond ginge es schon, Schwerkraft ist ja vorhanden, dauert halt nur länger.
Für die ISS würde ich dann sowas in der Art empfehlen http://www.heinkel.de/de/produkte/detailseiten/V_800-1250_BP. php ;)

Zitat:
Die Frage bleibt jetzt nur, welche praxisgerechte Empfehlung können wir dem Unterhopften geben - vielleicht können wir uns da auf was Gemeinsames einigen.

Immer den Schlauch in die Vorderwürze stecken, damit er keine Luft zieht. ;)
Was jetzt wieder am eigentlichen Thema des Threads scheitert, weil er ja in Tranchen abläutern will :puzz:


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DerDennis
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red_folder.gif erstellt am: 14.3.2013 um 18:53  
Hallo,

Hm - wenn ich beim Läutern "den Schlauch in die Vorderwürze stecke", dann dauert es nicht lange und der komplette Silikonschlauch steht voller Würze, die dann - dank der Schwerkraft - einen Unterdruck im Schlauch und damit eine zu hohe Durchflußgeschwindigkeit erzeugt, was mir dann Mehl und Körnergrütze in den Schlauch mitzieht. Und evtl. zu Verdichtung des Treberkuchens führt.

Wenn ich langsam abläutere und die Würze an der Innenwand des Schlauchs herunter rinnt, dann habe ich dieses Problem nicht.

P.S. ich bin mittlerweile ja immer mehr für "batch sparging" (erst Abläutern, dann je zweimal mit Nachguss aufgießen und erneut abläutern), ist irgendwie trotz der dreifach ausgeführten Läuterruhe schneller als das fortwährende manuelle Berieseln mit Nachgüssen... und ich hab damit durchschnittlich 1% höhere Sudhausausbeute ;)

Grüße
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HarryHdf
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red_folder.gif erstellt am: 17.3.2013 um 23:04  

Zitat von Brauwolf, am 14.3.2013 um 09:37

Mir war das irgendwann zu blöd und ich habe zwischen Hahn und Abfüllröhrchen einen 1m langen Silikonschlauch geklemmt. Jetzt steht der Kasten mit den leeren Flaschen auf dem Kellerboden und der volle Abfülleimer entsprechend höher auf der Werkbank auf einem zusätzlichen Hobbock. Das Abfüllen geht jetzt sowas von flott, dass ich mit der freien Hand kaum nachkomme die Plöppflaschen zu schließen.


Danke Ruthard! Ich habe das heute gleich mal ausprobiert. Funktioniert erste Sahne. Man muss nur aufpassen, daß der Silkonschlauch nicht dauernd irgendwo knickt, weil es sich dann arg verwirbelt. Aber das Abfüllen ging heute deutlich stressfreier.


Zitat von Brauwolf, am 14.3.2013 um 09:37

Deshalb nochmal: Läutern so flach wie technisch möglich.


Nachdem ich auch durch einen Schlauch in einen direkt auf dem Boden stehenden Eimer ablasse, muss ich nur aufpassen, daß es langsam genug läuft, daß sich der Schlauch nicht komplett füllt, sondern daß es nur an den innenwänden entlangrinnt. Und dann klappt das auch sehr geschmeidig langsam mit ca. 1m Höhenunterschied.

Möge der Sud mit euch sein, Harry


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Ich kann allem widerstehen, außer der Versuchung (Oscar Wilde)
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Bierjunge
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red_folder.gif erstellt am: 18.3.2013 um 12:29  

Zitat von Bierjunge, am 14.3.2013 um 14:22
I

So könnte dann eine Adaption dieser Überlegungen im Hobbymaßstab aussehen. Vielleicht löte ich alsbald so etwas zusammen:
A ist ein Syphon/Wassersack. Hier wird immer Würze stehen, auch wenn der Treber fast dicht und der Hahn voll geöffnet wäre. Somit kann selbst in diesem Fall keine Luft zurück unter den Senkboden gelangen.
B ist eine Atemöffnung. Daher herrscht am Punkt C immer atmosphärischer Druck, egal wie weit der Schlauch herabreicht. Damit ist immer nur die Höhendifferenz zwischen der Maischeoberfläche im Bottich und dem T-Stück C maßgeblich.
Das Röhrchen B ist wohlgemerkt kein Läutermanometer, das müsste ja vor dem Hahn angreifen. Damit könnte dann aber auch wieder Luft dorthin gelangen, weshalb ich eher wenig von diesen Läutermanometern halte.
Ich erwarte dennoch keinen starken Sauerstoffeintrag, weil die Würze nicht frei in den Eimer plätschert, sondern laminar an der Wandung des Schlauches herabrinnen würde.


Und da ist er nun in Hardware, der Flachläutersiphon. Sieht zwar noch etwas steampunk aus, aber egal. Wie oben geschrieben, erwarte ich mir zwei Dinge davon:
  • Verhindern, dass Luft unter den Läuterboden gerät, egal was man mit dem Hahn und/oder Schlauchende auch anstellt.
  • Konstanthalten des Gegendrucks, insbes. Verhinderung des Aufbaus einer saugenden Flüssigkeitssäule im Schlauch, wiederum egal was man mit dem Hahn und/oder Schlauchende auch anstellt.



Ein erster Test mit Wasser (zur Würzesimulation) und einem Badehandtuch (als Treber-Simulator) verlief in jeder Hinsicht erwartungsgemäß und vielversprechend:
Das Wasser lief bei normaler Läuetergeschwindigkeit wie gewünscht als Film an der Schlauchwand herab, selbst wenn das Schlauchende unter Wasser lag. Eine ziehende Flüssigkeitssäule konnte sich nie aufbauen. Zu Gluckern und somit Luft durchs Atemrohr einzuziehen (die dann natürlich durch den Schlauch abgefördert wird und eh nicht unter den Läuterboden geraten könnte!) begann die Konstruktion nur bei Hahn voll offen und ohne Treber-Simulator, also weit oberhalb eines fürs normale Läutern relevanten Volumenstroms.
Das Atemrohr habe ich bis zur Oberkante des Bottichs ausgeführt. Damit kann man zum Wechsel der Eimer-Vorlage einfach den Schlauch zuhalten, ohne dass oben etwas überlaufen kann.

Ein nächster Test unter realen Bedingungen erfolgt beim nächsten Brautag. :thumbup:


Zitat von Bierjunge, am 11.8.2013 um 21:11
dabei habe ich eine weitere Eigenschaft des Flachläutersiphons entdeckt, die ich zunächst gar nicht auf dem Schirm gehabt hatte:

Mit dem Ding kann man erstklassig den Durchfluss messen!

Normalerweise, wenn man den Durchfluss durch den Läuterhahn einregulieren will (oder wissen will, wieviel überhaupt noch durchkommt...) muss man den Abfall des Flüssigkeitsspiegels im Bottich messen und kann bestenfalls nach einer Minute reagieren, oder zwischendurch in einen Messbecher läutern, oder dgl.
Nun geht das quasi in Echtzeit: Im Schlauch läuft ja die Würze nur an der Wandung herunter, und oben ist der Schlauch gewissermaßen offen.
Wenn man jetzt den Schlauch unten abkneift, füllt er sich mit Würze: Es steigt ein Würzespiegel im sichtbaren Teil des Schlauchs empor. Wenn man jetzt einfach abschätzt, wieviel Zentimeter des Schlauchs sich z.B. in einer Sekunde ("Einundzwanzig") füllen, hat man ein erstklassiges Maß für den Volumenstrom.
Geht halt nur mit dem Läutersiphon, weil da die Luft ungehindert und ohne Unheil anzurichten oben rauskann. Warum komm ich da erst jetzt drauf?


Grüße, Moritz


[Editiert am 20.10.2014 um 18:31 von Bierjunge]



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rattenfurz
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red_folder.gif erstellt am: 18.3.2013 um 13:22  
Cool, super! (abo ;-) )


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Der Porter, den man in London gemeiniglich Bier zu nennen pflegt, ist unter den Malz-Getränken das vollkommenste.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/pageview/181 7246

Im neuen Forum als 'philipp' bekannt.
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Bierjunge
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red_folder.gif erstellt am: 19.3.2013 um 00:10  
In der Zwischenzeit wurde ich gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre, das Steigrohr transparent (z.B. als Schlauch) zu gestalten. Um Missverständnisse zu vermeiden, möchte ich einen m.E. ganz wesentlichen Unterschied hervorheben:
Auch wenn es so ähnlich aussehen mag - Das ist kein Läutermanometer (frei nach Magritte: "Ceci n'est pas un manomètre à filtration").

Selbst wenn ich das Steigrohr transparent ausführen würde, würde man darin nie etwas sehen. Denn es ist ja genau die Aufgabe dieses Rohres, dass am T-Stück (Punkt C) stets atmosphärischer Druck herrscht. Damit ist das Steigrohr immer leer, egal wie der Hahn auch steht (außer ich halte den Schlauch unten zu).
Im Unterschied dazu ist das wesentliche Merkmal eines Läutermanometers, dass es innerhalb des Läuterhahnes angreift, um den unverfälschten Druck unterhalb des Senkbodens messen zu können und so auf den Widerstand des Trebers schließen zu können. Das kann und will meine Konstruktion, die außerhalb des Hahns angreift, gar nicht leisten!

Umgekehrt habe ich bei Läutermanometern immer gewisse Bedenken, dass bei hohem Treberwiderstand, wenn aufgrund des Saugzugs der ablaufenden Würze ein Unterdruck unter dem Senkboden entsteht, Luft durch das Manometer unter den Senkboden gezogen wird, sofern man nicht schnell genug am Läuterhahn reagiert.
Daher könnte sich mein Flachläutersiphon wahrscheinlich bestens mit einem Läutermanometer ergänzen, da er zuverlässig verhindert, dass ein solcher Unterdruck überhaupt entstehen kann.

Wenn es kein Läutermanometer ist, so ist es vielmehr ein im T-Stück aufs Mikroskopische geschrumpfter Läutergrant.

Liebe Grüße, Moritz


[Editiert am 19.3.2013 um 00:21 von Bierjunge]



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red_folder.gif erstellt am: 8.4.2013 um 09:21  

Zitat von Bierjunge, am 18.3.2013 um 12:29
Ein nächster Test unter realen Bedingungen erfolgt beim nächsten Brautag. :thumbup:

Im Thread "Schlauchläuterer aufgepasst" weitergeführt.

Moritz


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red_folder.gif erstellt am: 11.8.2013 um 21:11  
Weil gerade erst in einem anderen Thread wieder nach meinem Flachläutersiphon gefragt wurde:

Wenn's dem Esel zu wohl wird...
Diese Wochen habe ich mal wieder mein Grätzer gebraut, und habe den blanken Horror gewagt, nämlich 100% Weizen diesmal ohne zusätzliche Spelzen zu läutern.
Was soll ich sagen? Es ging! Zwar alles andere als schön, und den Nachguss habe ich mir irgendwann auch geschenkt, so dass es ein Vorderwürzebier blieb (auch kein Fehler), aber dass es überhaupt funktionierte...

Halt gaaanz vorsichtig, wie die Igel, und dabei habe ich eine weitere Eigenschaft des Flachläutersiphons entdeckt, die ich zunächst gar nicht auf dem Schirm gehabt hatte:

Mit dem Ding kann man erstklassig den Durchfluss messen!

Normalerweise, wenn man den Durchfluss durch den Läuterhahn einregulieren will (oder wissen will, wieviel überhaupt noch durchkommt...) muss man den Abfall des Flüssigkeitsspiegels im Bottich messen und kann bestenfalls nach einer Minute reagieren, oder zwischendurch in einen Messbecher läutern, oder dgl.
Nun geht das quasi in Echtzeit: Im Schlauch läuft ja die Würze nur an der Wandung herunter, und oben ist der Schlauch gewissermaßen offen.
Wenn man jetzt den Schlauch unten abkneift, füllt er sich mit Würze: Es steigt ein Würzespiegel im sichtbaren Teil des Schlauchs empor. Wenn man jetzt einfach abschätzt, wieviel Zentimeter des Schlauchs sich z.B. in einer Sekunde ("Einundzwanzig") füllen, hat man ein erstklassiges Maß für den Volumenstrom.
Geht halt nur mit dem Läutersiphon, weil da die Luft ungehindert und ohne Unheil anzurichten oben rauskann. Warum komm ich da erst jetzt drauf?

Moritz


[Editiert am 11.8.2013 um 21:24 von Bierjunge]



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Krappi
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red_folder.gif erstellt am: 9.4.2014 um 08:51  
Ich hole den Uralt-Thread mal wieder hervor.

Ich denke gerade über eine ähnliche Umsetzung in Edelstahl nach. Da der Bogen des Siphons in Edelstahl schwer umsetzbar wird wäre die Idee eine
"einfache" Variante nur aus einem Hahn und einem T-Stück mit Rohr nach oben und Schlauchtülle nach unten zu konstruieren.

Nur damit ich das richtig verstehe: Das Siphon (A) ist nur eine zusätzliche Sicherung die verhindert, dass Luft unter den Läuterboden gezogen wird, richtig?
Funktionieren müsste das Prinzip doch auch gänzlich ohne, oder?
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Zitat von Krappi, am 9.4.2014 um 08:51
Nur damit ich das richtig verstehe: Das Siphon (A) ist nur eine zusätzliche Sicherung die verhindert, dass Luft unter den Läuterboden gezogen wird, richtig?

Ja genau, aber eine zumindest für mich ganz essentielle Sicherung. Es gibt nur wenig, was mich mehr ärgert als Luft unter dem Senkboden.

Moritz


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Havana
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red_folder.gif erstellt am: 9.4.2014 um 17:49  
Eine ähnliche Diskussion hatten wir vor kurzem schon mal.
Mir hat sich daraus als einfachste Lösung folgendes ins Gedächtnis gebrannt:

Trichter auf Schlauch aufstecken, Trichter direkt unter den Auslaufhahn, läutern.

Ohne Bastelprobleme durch jedermann realisierbar und optische Kontrolle über den Durchfluss ist jederzeit gegeben.

Sauerstoffeintrag dürfte sich in engen Grenzen halten.


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Havana
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